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Kurorte und Heilbäder; Beantragung einer Förderung zur Steigerung der medizinischen Qualität
Beschreibung

Zweck

Ziel der Förderung ist es, die medizinische Qualität im Sinne einer Ergebnisqualität noch weiter zu verbessern. Hierbei soll stets das ortsgebundene/-spezifische Heilmittel/-verfahren berücksichtigt werden.

Die Kriterien/Indikatoren für die Steigerung der medizinischen Qualität werden maßnahmenspezifisch gemäß den Fachstandards (evidenzbasiert) festgelegt. Beispiele hierfür sind:

  • (Nachhaltige) Verbesserung des Gesundheitszustands, der Lebensqualität, des Wohlbefindens
  • Steigerung der Patientenzufriedenheit
  • Steigerung der Inanspruchnahme von wirksamen präventiven oder therapeutischen Verfahren
  • Entwicklung wirksamer neuer Behandlungsmethoden und gesundheitsfördernder Maßnahmen unter Einbezug des ortsgebundenen/-spezifischen Heilmittels/-verfahrens und deren Evaluation

Gegenstand

Förderung von Projekten aus folgenden Bereichen:

  • Verbesserung bei der Durchführung von Kuren und medizinisch geprägter Aufenthalte, um den veränderten Anforderungen, Rahmenbedingungen und Erwartungen der Patienten und Teilnehmer gerecht zu werden
    • Optimierung von Anlaufstellen, die den Kurgast bei der Planung und Zusammenstellung des Kurablaufs bzw. der gesundheitsfördernden Aspekte seines Aufenthalts ebenso wie beim Kontakt zur Kur- und Badeärztin oder zum Kur- und Badearzt und zu den Leistungserbringern unterstützen („Lotse im Kurort“) und Steigerung der fachlichen Qualifikation des dafür eingesetzten kurmedizinischen Fachpersonals,
    • Maßnahmen zur Fortbildung des weiteren kurmedizinischen Fachpersonals, die die Qualität der Behandlung, der Versorgungsabläufe und der Behandlungsergebnisse umfassen,
    • Weiterbildung von Ärztinnen und Ärzten zur Kur- und Badeärztin bzw. zum Kur- und Badearzt,
    • Erstimplementierung von Qualitätszirkeln unter besonderer Berücksichtigung von medizinischen Zukunftsthemen,
    • Erstimplementierung, Umsetzung und Evaluation indikationsbezogener Kurregimes (Kurpläne) für die Patienten und
    • Erstimplementierung eines internen Qualitätsmanagementsystems (gemäß der „Vereinbarung nach § 137d Abs. 3 SGB V zu den grundsätzlichen Anforderungen an ein (einrichtungs-)internes Qualitätsmanagement für die Erbringung von ambulanten Vorsorgeleistungen nach § 23 Abs. 2 SGB V“, in Kraft seit 1. September 2010).
  • Ausrichtung der Kurorte und Heilbäder auf Zukunftsthemen in Medizin und Gesundheit wie zum Beispiel die Zunahme psychischer und körperlicher chronischer Erkrankungen, Multimorbidität, Betriebliches Gesundheitsmanagement und entsprechende Angebote für Selbstständige, Kleinunternehmer und Kleinstunternehmer sowie Angebote für Pflegende/pflegende Angehörige und andere, um neue Gästekreise zu erschließen
    • Untersuchungen und Studien zur Wirkung der besonderen Angebote von Kurorten und Heilbädern, insbesondere von ortsgebundenen Heilmitteln und Naturheilverfahren bei den zunehmend auftretenden Krankheiten unserer Zeit,
    • Modellprojekte zur Erschließung neuer Behandlungsfelder und -methoden, die auf Zukunftsthemen in Medizin und Gesundheit ausgerichtet sind (ohne Investitionskosten).
  • Projektbezogene Infrastrukturmaßnahmen zur Steigerung der medizinischen Qualität
    • Unterstützung bei der Neuimplementierung moderner und Weiterentwicklung vorhandener Kur- und Heilverfahren und
    • Modernisierung der medizinisch-technischen Ausstattung.
  • Nicht förderfähig sind Maßnahmen, die rein touristisch oder wellnessorientiert sind.

Die entsprechenden Maßnahmen sind bei Antragstellung hinreichend mit wissenschaftlicher Literatur zu belegen.

 

Zuwendungsempfänger

Antragsberechtigt sind:

  • Gemeinden, die über eine Anerkennung gemäß §§ 3 bis 8 der Verordnung über die Anerkennung als Kur- oder Erholungsort und über die Errichtung des Bayerischen Fachausschusses für Kurorte, Erholungsorte und Heilbrunnen (BayAnerkV) vom 17. September 1991 (GVBI S. 343, ber. S. 371, BayRS 2024-1-1-I) verfügen oder die Sitz eines anerkannten Heilquellen- und Moorkurbetriebs gemäß Teil 3 des Amtlichen Verzeichnisses der anerkannten Kur- und Erholungsorte in Bayern oder eines Staatsbads sind (Nr. 1.3.1 der FöR)
  • Juristische Personen in Gemeinden nach Nr. 1.3.1 der FöR, die die Kureinrichtungen verwalten (Nr. 1.3.1 der FöR)
  • Unternehmen in Gemeinden nach Nr. 1.3.1 der FöR, die überwiegend Heilverfahren wie z. B. ambulante Vorsorgeleistungen nach § 23 Abs. 2 SGB V durchführen, hierbei das ortgebundene/-spezifische natürliche Heilmittel oder Naturheilverfahren anwenden und mit den Kostenträgern abrechnen (Nr. 1.3.2 der FöR)
  • Verbände, die mehrheitlich aus Mitgliedern bestehen, die die Voraussetzungen nach Nr. 1.3.1 der FöR erfüllen (Nr. 1.3.3 der FöR)
  • Andere Gebietskörperschaften, Verbände und sonstige Institutionen, deren Aktivitäten Zweck und Gegenstand (Nrn. 1.1 und 1.2 der FöR) der Förderrichtlinie verfolgen (Nr. 1.3.4 der FöR)

Art und Umfang der Zuwendung

Art und Umfang der Zuwendung orientieren sich am zu fördernden Projekt. Die Zuwendung erfolgt im Rahmen einer Projektförderung im Wege der Anteilfinanzierung als zweckgebundene Zuwendung.

Die Zuwendung beträgt bis zu 70 % der zuwendungsfähigen Ausgaben, höchstens jedoch 200.000 Euro. Der Zuwendungsempfänger muss einen Eigenanteil von mindestens 10 % erbringen. Eine Förderung wird i. d. R. nur gewährt, wenn die abschließend festgestellten zuwendungsfähigen Gesamtausgaben 25.000 Euro überschreiten (Bagatellgrenze). Die zuwendungsfähigen Ausgaben für Hochbaumaßnahmen müssen mindestens 100.000 Euro betragen.

Der Durchführungszeitraum beträgt höchstens 36 Monate (3 Jahre).

 

Zuständiges Amt
Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit
Hausanschrift
Eggenreuther Weg 43
91058 Erlangen
Postanschrift
Postfach 2509
91013 Erlangen
Fon:
+49 9131 6808-0
Fax:
+49 9131 6808-2102
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